"Hab Mut, steh auf"

„Hab‘ Mut, steh auf“ – so lautete das Motto des diesjährigen Katholikentages, der von 14. bis 17. Mai in Würzburg stattfand. Ein Motto, das nachdenklich macht. Wo bin ich selbst mutig in meinem Leben, im Alltag? Mut haben ist wichtig und nötig in meinem Leben. Das beginnt schon damit, zu mir selbst zu stehen und mich nicht selbst zu verleugnen. Oft braucht es auch viel Mut, „Nein“ zu sagen – auch auf die Gefahr hin, anzuecken und unbequem zu sein.
Das Katholikentagsgebet von Jugendseelsorgerin Laura Kunz macht deutlich, dass Gott mir immer wieder Mut machen will und immer für mich da ist. Ich muss mich nur darauf einlassen.
Patrizia Magin
Gott,
du schenkst uns das Leben –
Moment für Moment und Tag für Tag.
Und jeden Tag legst du uns deine Worte ins Herz:
Hab Mut, steh auf!
Weil du willst, dass wir mutig sind –
jede und jeder von uns.
Erfülle uns mit deiner Geistkraft, die uns zeigt,
dass wir mehr schaffen können,
als wir uns selbst oft zutrauen.
So segne uns mit dem Mut Jesu,
damit wir uns trauen, offen über unsere Zweifel
und kritischen Fragen zu sprechen
und auch unbequeme Themen in den Mittelpunkt zu stellen.
Lass uns im Dialog mit dir und den Menschen
unseren Blick weiten
und neue Perspektiven gewinnen.
Segne uns mit deiner Kraft,
damit wir nicht aufhören, von einer gerechten
und friedlichen Welt zu träumen,
auch mal ungewöhnliche Wege gehen
und uns für Vielfalt und Respekt einsetzen.
Lass uns mutig aufstehen, unsere Träume
verwirklichen und über uns selbst hinauswachsen.
Lass uns spüren, dass du mitten unter uns bist
und uns inspirierst, mutig und
hoffnungsvoll in die Zukunft zu gehen.
Gott, wer du auch bist und wie du
auch aussiehst, du große Kraft des Lebens,
begleite uns mit deiner unendlichen Liebe.
Heute und an allen Tagen. Amen.
Kopf - Hand - Herz

„Als Christ mit Kopf und Hand und Herz dabei“ – so lautete vor einigen Jahren der Wahlslogan für die Gremienwahlen in unserem Bistum. Mit dem Kopf dabei sein, wenn es um das Wohl der Pfarrei und der Gemeinden geht; mit dem Herzen dabei sein und das Wohl der Menschen in den Vordergrund stellen; mit den Händen dabei zu sein und tatkräftig mit anpacken. Vielfältiges ehrenamtliches Engagement!
Wie geht es uns heute, wenn wir diesen Slogan wieder mal lesen? Sind wir in unserem eigenen Engagement mit Kopf und Hand und Herz dabei? Viele Aktionen belegen dies: da ist die Winterhilfe; da sind die Seniorenbriefe, die unseren älteren Pfarrangehörigen zeigen, dass sie nicht vergessen sind; da sind Angebote wie der „Treff im Pfarrgarten“ oder „meet & greet“, bei denen Menschen unserer Pfarrei und unseren Gemeinden miteinander ins Gespräch kommen. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. All diese Aktionen und auch die Gremiensitzungen zeigen, dass es in unserer Pfarrei viele Menschen gibt, die diesen Slogan leben – die mit Kopf und Hand und Herz dabei sind.
Jesus selbst war und ist mit Kopf, Hand, Herz und Füßen bei uns Menschen. Er war und ist für uns da, auch wenn wir ihn oft nicht erkennen und/oder zweifeln. Das sollten wir nicht vergessen!
Patrizia Magin
"Er sah und glaubte" (Joh 20,8b)

Große und eigentlich unfassbare Worte, die wir im Evangelium nach Johannes lesen können und öfter schon zu Ostern gehört haben: „Er sah und glaubte“ (Joh 20, 8b) Wie geht es uns, wie geht es mir damit?
Wir alle sind keine Zeitzeugen, können uns also nur auf das verlassen, was die Evangelisten aufgeschrieben haben. Ich bin an diesem Halbsatz hängen geblieben: „Er sah und glaubte“ (Joh 20, 8b) und ich frage mich, ob glauben so einfach ist. Weiter noch: glaube ich nur und/oder alles, was ich sehe? Quasi, wenn ich einen „Beweis“ habe? Oder werde ich erst aufmerksam, wenn ich das eine oder andere mehrfach gesehen habe? Oder wenn ich auf eine Sache explizit aufmerksam gemacht, also mit der Nase darauf gestoßen wurde?
Niemand von uns kann erahnen, wie es Maria aus Magdala und den Jüngern ging, als sie vor dem leeren Grab standen und Jesus nicht mehr da war. Und es ist verwunderlich bzw. schwer zu begreifen, dass sie dann „einfach so“ glaubten. Allerdings haben sie Jesus kennengelernt, war mit ihm unterwegs, haben seine Worte gehört – da war es für sie vielleicht leichter zu glauben.
Vor vielen Jahren war ich in Israel und wir haben u. a. eine solche Grabstätte, vorzustellen eher wie eine Art Höhle, wie sie vermutlich zur Zeit Jesu verwendet wurde, besucht. Es war schon sehr düster darin; draußen war das Wetter noch dazu regnerisch und trübe. Wir setzten uns und hörten an diesem Ort die Auferstehungsgeschichte. Als die Stelle mit der Auferstehung kam, schien plötzlich die Sonne in diese Höhle – für mich ein nahezu magischer Moment. Und wenn ich heute daran zurückdenke und diese Worte aus dem Johannes-Evangelium lese und höre, dann ist es nachvollziehbar, dass diese Worte so aufgeschrieben sind. Dann kann Glauben (bei allen Zweifeln und Fragen, die auch immer wieder da sind) einfach sein, auch ohne Beweis.
Patrizia Magin
BurnOut

Wer kennt das nicht, dieses Gefühl, ständig auf der Stelle zu treten, in einem Hamsterrad zu sein oder sich selbst zu überfordern. Wer an sich selbst und/oder andere zu hohe Ansprüche stellt, sich selbst zu viel zumutet oder das berühmte Wort „Nein“ nicht über die Lippen bekommt, stößt irgendwann an seine Grenzen – und landet im schlechtesten Fall in einem BurnOut. Erste Alarmzeichen für diese ernste Krankheit kann ich selbst erkennen, wenn ich mir selbst gegenüber ehrlich bin und feststelle, dass ich meine persönliche Messlatte in dem einen oder anderen Fall zu hochgelegt oder unerreichbare Ziele gesetzt habe. In der Fastenzeit habe ich die Möglichkeit, über meinen eigenen BurnOut nachzudenken: Wo stoße ich an meine Grenzen? Wo mute ich mir zu viel zu? Wo sage ich „Ja“, obwohl ich lieber „Nein“ sagen würde? Nutze ich die Fastenzeit, Tempo aus meinem Leben herauszunehmen und mich neu zu justieren? Nur so kann ich überprüfen, wo ich mich selbst „verbrenne“ und wo ich mich „verbrennen“ lasse.
Noch ist Zeit – Zeit bis Ostern, um mich selbst zu hinterfrage, meine eigenen Weichen neu zu stellen – und mich dabei auch von der Bibel und von Gott inspirieren zu lassen. Und vor allem: ich sollte diese Zeit bewusst einplanen, aber ohne überhöhten Anspruch an mich selbst.
Patrizia Magin
Jubel, Trubel, Heiterkeit ... und dann?

Bis Mitte Februar befinden wir uns noch in der sogenannten 5. Jahreszeit: im Fernsehen werden Faschingssendungen gezeigt, auf Plakaten lesen wir von Faschingsveranstaltungen in unserer unmittelbaren Umgebung … aber dann … ist Mitte Februar Aschermittwoch und die Fastenzeit beginnt.
Die Zeit, in der wir uns auf unser Leben und auf unseren Glauben besinnen sollen. Aber nutzen wir diese Zeit dazu? Oder verbringen wir die Zeit wie alle anderen Zeiten im Jahr, vielleicht mit ein paar Einschränkungen, wie z. B. keinen Alkohol trinken oder auf Süßigkeiten verzichten. Aber ist das alles? Macht es nicht mehr Sinn, auch mal auf mein Inneres zu hören, mir ganz bewusst Zeit für das Gebet, das Gespräch mit Gott, das Nachdenken über meinen Glauben zu nehmen?
Es gibt viele Angebote dazu: Exerzitien im Alltag, die Aktion „7 Wochen ohne …“, Fastenzeitkalender online oder in gedruckter Form u. v. m. Aber auch ohne konkrete Angebote kann ich selbst etwas dazu tun, die Fastenzeit als Unterbrechung im Alltagstrott zu sehen – und ganz bewusst mein (Glaubens-)leben aufzuräumen. Ein Versuch ist es allemal wert!
Patrizia Magin
Siehe, ich mache alles neu (Offb 21,5)

Vor wenigen Tagen haben wir den Jahreswechsel von 2025 nach 2026 gefeiert – manche laut mit vielen Böllern, manche leise und zurückgezogen.
Wieder einmal stellt sich die Frage: was wird das Neue Jahr bringen? Welche Herausforderungen warten auf mich; was wird es an Gutem, aber auch an Schlechtem geben?
In diese Fragen hinein und passend zum Jahreswechsel spricht Gott seine Zusage an uns Menschen „Siehe, ich mache alles neu!“ Welche eine mutmachende Zusage, oder?
Gleichgültig, was passiert – Gott ist immer da und hält mich, hält uns alle in seiner Hand. Er ermöglicht Tag für Tag einen Neuanfang für uns – er macht Tag für Tag alles neu. Ich selbst brauche nur eines dazu: Vertrauen. Sollte das nicht der beste Vorsatz für das Neue Jahr sein?
Patrizia Magin