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Gemeinden

In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden / Ortschaften die zur Pfarrei Hll. Petrus und Paulus in Ludwigshafen gehören.

Heilig Geist


Herz Jesu


St. Ludwig


St. Sebastian

"Ich bin der wahre Weinstock"

Joh 15,1: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer.

Der Weinstock und die Rebzweige sind eng miteinander verbunden. Deshalb verwendet Jesus dieses Bild, um seine Verbundenheit mit den Jüngern (und mit all denen, die ihm später nachfolgen werden) auszudrücken. Es gäbe noch ganz andere Pflanzen und auch Gegenstände, die auch ein gutes Beispiel abgegeben hätten. Aber Jesus wählt den Wein. Er ist für ihn nicht nur Grundnahrungsmittel wie Wasser, sondern vor allem Mittel zur Freude (in Maßen genossen). Jesus kennt auch den Missbrauch von Wein (Mt 11,19) und missbilligt ihn. Aber die totale Abstinenz kommt für ihn nicht in Frage (Lk 5,34: ... Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist?). Mit denen, die (am Alkohol) erkrankt sind, geht er anders um: Er heilt sie, damit sie wieder unbeschwert an der Gemeinschaft teilhaben können. Und ein weiteres ist an diesem Bild bemerkenswert: Es ist eine Kulturpflanze, die Jesus mit Gott in Verbindung bringt. An dieser Pflanze hat auch der Mensch seinen Anteil. In einem Gabengebet, das der Priester in der Eucharistiefeier gewöhnlich leise betet, heißt es: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Mensch und Gott sind miteinander in der Pflege der Welt, der Umwelt, der Schöpfung miteinander verbunden.“

Alban Meißner

 

"Ich bin die Auferstehung und das Leben"

Joh 11,25:  Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt ...

Zu ihr, das heißt: Zu Marta, der Schwester des Lazarus. Jesus tröstet sie mit diesen Worten, als ihr Bruder und Freund Jesu gestorben war. Es ist keine billige Vertröstung, die Jesus hier ausspricht. Jesus weinte, als er das Grab seines Freundes sah (Joh 11,35). Er war im Innersten erschüttert (Joh 11,33). Jesus zeigt in dieser Szene Gefühle wie selten im Evangelium. Und damit wird deutlich: Jesus, und damit Gott, hat wirklich unser Leben durchlebt, mit seinen gefühlsmäßigen Höhen und Tiefen, mit Trauer und Angst, Hoffnung und Freude. Welche Religion behauptet dies von ihrem Gott? „Sein Leben war das eines Menschen“ (Phil 2,7). „Ich bin das Leben“, bekommt so einen ganz tiefen Sinn.

Alban Meißner

"Ich bin der gute Hirt"

Joh 10,14-15: Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, 15 wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.

Der gute Hirte ist wohl am wenigsten Teil unserer Lebenswelt. Und trotzdem können wir uns gut vorstellen, was damit gemeint ist, zumal Jesus dieses Bild auch noch ausschmückt (Joh 10). Und in Verbindung mit Lk 15,4: (Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?) und dem Psalm 23 formt sich ein Bild von Gott in unserer Vorstellung: Er führt uns zur Weide, und auf dem Weg dahin, der durch tiefe und dunkle Schluchten gehen kann, beschützt er uns mit seinem Stock und seinem Stab. Er kennt jede*n einzelnen mit Namen, geht jedem verirrten Schaf nach und auch für die Schafe, die nicht aus seinem Stall sind, fühlt er sich verantwortlich. Kein Wunder, dass dieses Bild von Jesus zu einem Lieblingsbild ganzer Generationen geworden ist.

Alban Meißner

 

"Ich bin die Tür"

Joh 10,9: 9 Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Gerade in der gegenwärtigen Zeit, wo die Türen verschlossen sind und nur zeit- und teilweise geöffnet werden können, wird uns bewusst: Wir sehnen uns nach offenen Türen. Wir sehnen uns danach, dass wir frei sind, zu gehen wohin wir wollen und wann wir das wollen. Wir sehnen uns danach, auf offene Türen zu treffen, nicht nur im wörtlichen Sinn, sondern auch auf die offenen Türen des Herzens, dass wir geliebt werden, dass wir auf offene Ohren treffen, dass wir dem offenen Blick begegnen können. Da ist es wichtig, dass wir uns immer wieder den Sinn dieser Maßnahmen vor Augen führen: Es geht um die Gesundheit und das Leben der Anderen, und auch um meinen eigenen Schutz. Wir brauchen diese Türen derzeit, damit wir niemanden durch Leichtsinn durch die Tür des Todes schicken. Es ist die Liebe, die uns dazu zwingt, die Türen zu schließen. Und so brauchen wir Geduld, bis die Liebe uns erlaubt, sie wieder zu öffnen. Und dann wird die Tür wieder als Tür des Lebens deutlicher sichtbar.

Alban Meißner

 

"Ich bin das Licht der Welt"

Joh 8,12: Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Kurz vor dieses Wort Jesu stellt Johannes die Erzählung von der Ehebrecherin. Die gesetzestreuen Gläubigen wollen Jesus auf die Probe stellen und bringen eine Frau vor ihn, die sie beim Ehebruch ertappt hatten. Das bedeutete nach jüdischem Recht das Todesurteil für die Frau. In meinen Augen vollbringt Jesus hier ein großes Wunder. Er richtet an diese Frommen nur den einen Satz: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ (Joh 8,7). Das Wunder besteht nun darin, dass sich niemand für berechtigt hielt, das religiöse Gesetz zu vollstrecken und die Frau zu steinigen. Alle waren ehrlich zu sich selbst. Und Jesus sagte zu der Frau: „Auch ich verurteile dich nicht“. Und er wiederholt diese Einstellung gegenüber den Frommen: „Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über niemanden.“ (Joh 8,15).

Wie viel Dunkelheit herrscht in der Welt, weil Menschen über andere urteilen. Damit meine ich nicht die, die das von Rechts wegen tun müssen, die Richter an den Gerichten. Es sind die vielen kleinen und großen Urteile im Alltag, die ohne geprüfte Grundlage gefällt werden, Und oft genug werden sie dann auch vollstreckt, durch Missachtung, Benachteiligung, bis hin zu körperlicher Gewalt, von Menschen, die sich selbst zum Richter und zum Vollstrecker gemacht haben. Allein durch „Nicht-Urteilen“ könnte es schon heller werden.

Alban Meißner

 

"Ich bin das Brot des Lebens"

Jesus hat uns von Gott erzählt. Oft hat er dies in Gleichnissen getan. Im Johannesevangelium finden sich aber Worte von Jesus, in denen er Gott beschreibt, aber nicht in Gleichnissen, sondern in ausdrucksstarken Bildern. Dabei sagt er nicht: Gott ist das Brot, der Weg das Leben ..., sondern spricht von sich selbst: Ich bin das Brot, der Weg, die Wahrheit ... Er sagt das deswegen, weil er an anderer Stelle im Johannesevangelium sagt: Ich und der Vater sind eins (Joh 10,30). Wenn Jesus in diesem Sinne also von sich selbst spricht, dann spricht er auch von Gott.

Sehen wir uns die einzelnen Bilder einmal genauer an:

Joh 6,35: Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Jesus spricht diese Worte im Zusammenhang mit der sogenannten „Brotrede“, dem 6. Kapitel des Johannesevangeliums. Man spricht hier auch von der Eucharistischen Rede. Es geht nicht nur um das Brot an sich. Das Johannesevangelium ist das jüngste der Evangelien (etwa um 90 n. Chr. geschrieben, so die herrschende Meinung der Forscher). Es setzt schon eine Gemeindepraxis voraus. Die Christen versammeln sich zum Gebet, und es muss schon eine eucharistische Tradition geben. 5000 Männer versammeln sich, und Jesus vermehrt die 5 Gerstenbrote und die zwei Fische des kleinen Jungen mit den Worten: „Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus ...“ (Joh 6,11). Wir kennen diese Worte in dieser Reihenfolge auch von den Abendmahlserzählungen. Es geht um das himmlische Brot, das von Gott kommt. Und das ist Jesus Christus. Und da er und der Vater eins sind, kommt in diesem Brot Gott selbst zu uns.

Das Bild vom Brot ist konkret. Die Rede von Gott im Brot ist sehr abstrakt. Das haben auch die Jünger und die übrigen Zuhörer*innen damals so empfunden. So heißt es in Joh 6,60: „Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören?“ Dementsprechend gingen dann auch viele der Jünger weg und zogen nicht mehr mit ihm umher (Joh 6,66). Jesus stellt den übrigen frei, auch zu gehen. Aber Petrus antwortete: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens ... Du bist der Heilige Gottes“ In der Tat ist die Frage, ob Jesus und der Vater eins sind, die Frage, an der sich der christliche Glaube entscheidet.

Alban Meißner

 

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