Unser Konzept

Die Pfarrei Hll. Petrus und Paulus und das Caritas-Zentrum Ludwigshafen sind wichtige zentrale Anlaufstellen für die Ludwigshafener Bürger*innen in der Innenstadt. Durch die gute Vernetzung und Zusammenarbeit bieten sie Menschen in Ludwigshafen, Menschen in schwierigen Lebenslagen und Notsituationen, konfessionsunabhängig und professionelle Seelsorge und Beratung an. Das Engagement unserer Ehrenamtlichen ist eine Bereicherung und wir binden die Freiwilligen in unsere Arbeit bewusst mit ein.
Aufgrund der gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten sowie der Zunahme der Ein-Personen-Haushalte in der Stadtmitte, hat die Zahl der armen und einsamen Menschen in Ludwigshafen und Umgebung deutlich zugenommen. Mehr als 30 % der Menschen haben einen Migrationshintergrund und die Zahl der Kund*innen ohne Postadresse bleibt im Caritas-Zentrum mit über 120 Adressen konstant hoch.
Die Pfarrei Hll. Petrus und Paulus und das Caritas-Zentrum Ludwigshafen organisieren seit Winter 2022 immer montags das Winterhilfe-Mittagessen „Mit dem Herzen sehen“, eine kostenfreie Mittagessenausgabe mit Restaurantcharakter.
Das Mittagessenangebot wurde in dieser Zeit gut angenommen; es kamen bis zu 150 Gäste an einem Tag. Bisher wurde das Projekt über die Gelder der Winterhilfe des Bistums Speyer finanziert. Diese Gelder stammen aus zusätzlichen Steuereinnahmen, die in Verbindung mit der Energiekrise 2021 eingenommen und an kirchliche Projekte und Einzelfallhilfe weitergegeben wurden.
Ab dem Winter 2025/2026 muss sich das Projekt selbst finanzieren. Durch Spenden bei der Verabschiedung von Pfarrer Alban Meißner und dem Caritaswerk Ludwigshafen sowie Einzelspenden sind für diesen Winter bereits die benötigten Mittel eingegangen. Jedoch wollen wir das Projekt längerfristig planen und sind schon auf Spendensuche für den Winter 2026/2027.
Das Winterhilfe- Mittagessen „Mit dem Herzen sehen“ findet in den drei Wintermonaten Dezember, Januar und Februar wöchentlich immer montags im Pfarrsaal des Prälat-Walzer-Hauses, von 13:00 bis 15:00 Uhr, statt.
Das Essen ist kostenfrei und niemand wird abgewiesen. Alle Gäste sind herzlich willkommen. Durch unser Angebot werden, folgende Personenkreise besonders angesprochen:
- Von Altersarmut betroffene Menschen
- Wohnungslose bzw. obdachlose Menschen
- Rentner*innen mit einer geringen Rente
- Menschen, die Sozialleistungen beziehen (Bürgergeld, Grundsicherung etc…)
- Menschen mit psychischen Erkrankungen und/oder Suchterkrankungen
- Einsame Menschen, die Anschluss suchen
- Menschen mit Migrationshintergrund
Der Pfarrsaal bietet Platz für 90 Gäste. Hinzu gibt es noch einen kleineren Raum mit 20 Plätzen. Der Tag beginnt für die Ehrenamtlichen am Vormittag um 10:00 Uhr und endet erst am frühen Abend gegen 17:00 Uhr. Hierzu gibt es einen Dienstplan, in den sich die Ehrenamtlichen eintragen und selbst bestimmen können, wieviel Zeit sie investieren wollen. Die Ehrenamtlichen richten und dekorieren am Vormittag den Saal mit selbstgebasteltem Tischschmuck und Blumen und geben so dem Raum einen einladenden Charakter. Auch beim Essen spielt der Gedanke unseren Gästen einen Tag wie in einem Restaurant anbieten zu können eine wichtige Rolle. Wir legen Wert auf Qualität und Abwechslung, die sich unsere Gäste im normalen Alltag sich nicht leisten können. Deshalb haben wir uns für einen Caterer aus Ludwigshafen entschieden, der frisch und regional kocht. Gutes Essen geht durch Leib und Seele und gibt unseren Gästen ein Stück Wertschätzung. Sie müssen sich nicht in einer Schlange anstellen, sondern bleiben an ihrem Tisch und werden von unseren freundlichen Ehrenamtlichen bedient, die versuchen, ihre Wünsche weitestgehend zu erfüllen. Das Essen wird mit einer Tasse Kaffee und Gebäck abgerundet. Bis 15:00 Uhr können die Besucher*innen im Pfarrsaal verweilen, wo sie in einem geschützten warmen Raum, entfernt von ihren Alltagsstrapazen, ihr Mittagessen einnehmen können. Der Austausch und die Tischgemeinschaft, die viele unserer Besucher*innen in ihrem Alltag nicht haben, sind uns wichtig. Ehrenamtliche und Hauptamtliche setzen sich zu den Gästen und suchen das Gespräch. Hier kommt es zu Anfragen, im seelsorgerischen und caritativen Bereich, wo wir versuchen zuzuhören und gezielt auf die Hilfeangebote der Stadt und anderen Trägern hinweisen können.
Durch dieses Angebot, das erst durch das Engagement unserer Ehrenamtlichen möglich ist, wird den Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen, neben der Verpflegung auch ein Stück Würde und Anerkennung zurückgeben. Viele können sich weder ein Restaurantbesuch noch ein abwechslungsreiches und gesundes Mittagessen leisten.
Mit der Möglichkeit des Austausches und den Kontakt zu den anderen Gästen und Ehrenamtlichen wollen wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und dem Gefühl der Einsamkeit entgegenwirken. Viele unserer Gäste leiden nicht nur an materieller, sondern auch an sozialer Armut. Auch viele unserer Ehrenamtlichen gehören zu der Zielgruppe, wollen sich jedoch engagieren und erfahren hierdurch besondere Anerkennung und Wertschätzung. Viele haben sich durch das Projekt mit anderen Ehrenamtlichen vernetzt, pflegen Kontakte, fühlen sich weniger einsam und haben eine sinnerfüllte Aufgabe gefunden.
Das Projekt wird professionell von den zwei Hauptamtlichen begleitet, durch Austauschrunden, Schulungen und natürlich auch durch festliche Dankestreffen.
Hier stehen dann die Ehrenamtlichen ganz im Mittelpunkt und werden mit einem Mittagessen, Geschenke etc. geehrt.