
Es reicht!
„Es reicht“ – wer kennt diesen Satz nicht? Und hat ihn eventuell schon öfter ausgesprochen. Beim Aussprechen wird dieser vermutlich gedanklich meist mit einem Ausrufezeichen versehen und nicht selten sage ich diese Worte in einem heftigen Ton. Wann sage ich das? Im Grunde dann, wenn es mir reicht, wenn ich sprichwörtlich „die Nase voll habe“ – von einer bestimmten Angelegenheit, von einem Thema, das bis ins Kleinste erörtert oder aufgewärmt wird oder … Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen – ich bin sicher, das geht den meisten Menschen so.
Ist diese Aussage dann also ausschließlich negativ zu sehen? Nein! Denn ich setze meine Grenzen, mache klar, dass etwas so nicht weitergehen kann. Insofern also ein positiver Ausdruck: Gleichzeitig reiche ich dem Gegenüber verbal gesehen die Hand und mache klar, dass es Zeit ist, gemeinsam nach einer für alle befriedigenden Lösung zu suchen. Auch wenn das vielleicht nicht gleich möglich ist, weil die Gemüter womöglich erhitzt sind. Dem Gegenüber die Hand reichen … oder selbst die ausgestreckte Hand annehmen – das ist nicht immer leicht. Nicht selten muss ich über meinen Schatten springen.
Gott reicht uns immer wieder die Hand – gleichgültig wo und wie weit wir uns verrannt haben. Das sollte uns Ansporn sein, unseren Mitmenschen auch immer wieder die Hand zu reichen oder deren ausgestreckte Hand zu ergreifen. Dann reicht‘s!
Patrizia Magin